MAJA CLAS – BILDER
EXHIBITION MAY 06 – MAY 20 2006
OPENING MAY 05 2006 7 PM

Ein Blick bietet noch lange keinen Einblick. Das wäre die beinah befreiende Aussage, die uns in der Oberflächenbetrachtung der gemalten Bilder von Maja Clas signalisiert wird. Das Gebäude einer konzeptuellen Sicherung, die Konstruktion beschreibender Bilder weicht einem freeclimbenden seltsamen Ornament, das weder in seiner formalen noch in seiner narrativen Sprache geneigt ist, an bestehende Diskurse der Malerei anzuknüpfen. So lassen sich Maja Clas Bilder auch nicht in die bei der Beschreibung von Malerei gängigen Kategorien Abstraktion oder Gegenständlichkeit bzw. Repräsentation einordnen. Vielmehr bieten sie eine Form der Vermittlung dieser beiden Antipoden an.

Maja Clas hat sich mit der Entscheidung für ein konkret festes Bildformat keine universelle Variable sondern ein Flugzeugfenstern gleichendes Bildraster geschaffen, das auf den Ausblick und nicht auf den Einblick zielt. Zu sehen sind Hochformate, deren gestraffte Oberflächen eine Art von Ausschnitthaftigkeit bieten, die dem gesamten Unsichtbaren in jedem Einzelnen eine zentrale Mitte verleiht, ein fast zufälliges in Acryl fixiertes Zitat einer Welt hinter der Leinwand. Die lichternen Zeichen, aufgeladen mit Transparenzen, die von wässerner Farbschichtung zeugen, halten den Schwebezustand unserer Wahrnehmung scheinbar gleichermaßen aufrecht, um unsere Augen erneut auf die Reise zu schicken. Entlang der Oberfläche, den Bildraum abschreiten, die Ebenen durchblicken, um dann das Gesamtbild wirken zu lassen. Zwischen zellenförmigen Trauben, anmutenden Schriftzeichen und gefrorener Flora bietet sich diese farbige Welt als ungesehene und eher geträumte Konkretisierung assoziativer Konzentration an. Sie überträgt sich auf den Betrachter, setzt sich im Innern ab und bildet einen Nachhall, der langsam verschwimmt und dann Erinnerung wird.

Maja Clas Bilder entstehen nach einer anfänglich vagen Bildidee, die sich im Laufe des Prozesses stark durch die Einflüsse des Materials, der entstehenden Formen und Farbverläufe verändern oder auch manifestieren kann. Roland Barthes beschreibt das „Vage“ am Beispiel der Werke von Cy Twombly als „(jenes Poeten so vertraute Gefühl) zu wissen, daß man weiß, ohne zu wissen, was. Dies ist ein Ereignis.“ Ähnlich erschließen sich Maja Clas Arbeiten eher auf einer emotionalen statt einer deskriptiven Ebene und bieten weiterführende Assoziationen statt festschreibende Erklärungen.

Eine konkrete Botschaft des gemalten Bildes bleibt uns daher verborgen.

GOLD / 2006

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2005 . 2006