RAPHAEL DANKE – OUT OF BODY
AUSSTELLUNG VOM 05. MÄRZ – 24. MÄRZ 2005

„Geist, geh zur Kammer“
Alex Tanous

Eine klassische Auseinandersetzung mit der Kunst von Raphael Danke fällt mir schwer. Es ist ein metaphorisches Hineinsetzen in die Arbeit, ein Spielen mit den Gegebenheiten, ein Aufnehmen der Äusserungen und ein Mitnehmen an Vergnügen. Weniger eine Überprüfung der Hintergründe und ein Hinterfragen der Zusammenhänge.

Er sieht, betrachtet die Dinge ausgiebig, um sie dann zusammenzubringen, anders zu stellen, zu zeichnen. Raphael Danke formt und verändert, permanent. Dabei lebt er von der Auseinandersetzung, und hier trifft der Begriff, mit der Moderne und ihren Auswirkungen – er spricht von der post-postmodernen Anwendung. Das Ende der Moderne scheint ihm Quelle und Segen. Durch die deformierende Untersuchung von Objekten der Formenspezialisten möchte Danke die Vernetzung von Natur und Kultur wieder herstellen oder neu erfinden. Das Hindernis der Moderne überwinden. Statt jede Disziplin für sich zu belassen, eher einem Anthropologen ähnlich, die Gesamtheit der Erscheinungen betrachten und miteinander verknüpfen. Dabei stellt er Sachverhalte und Formen nebeneinander, legt Bezüge offen, die uns sonst aufgrund der zu großen Entfernung verborgen blieben. Raphael Danke verwendet Techniken der Aneignung als auch der Verfremdung im Umgang mit den Objekten. „Auf einmal sind die Wissenschaften doch in den Händen der Mystik gelandet.“

Für die Ausstellung OUT OF BODY sind die Rollen verteilt. Es spielen – allerdings im Hintergrund – mit: das Buch „Faszination des Unfaßbaren“, das Withney Museum of Modern Art, Man Rays „noir et blanche“, Erich Consemüllers „Frau mit Schlemmer Makse auf Breuer Stuhl“ und Hans Bellmers Formenexperimente mit dem Körper. In Nebenrollen Uri Geller, Donald Judd und als Geist: Kirlian.

Ausgehend von dem Phänomen der Astralwanderung, das Herauslösen des Astralkörpers, der „schimmernden Hülle der Seele“, aus dem physischen Körper, setzt Raphael Danke verschiedene Auffassungen von Körpern – menschlichen, künstlichen wie geometrischen - in Bezug. Wesentliches, allerdings unsichtbares Element der Ausstellung ist dabei der silberne elastische und zu großer Ausdehnung fähige Faden, der bei der Astralwanderung den Seelenkörper immer mit dem physischen verbunden hält, als das notwendige Bindeglied zwischen den beiden Körpern. Gibt es diesen Faden auch bei anderen Körpern und verbindet er gar Form und Inhalt miteinander? Danke geht dabei auch dem Begriff der verlangsamten Elastizität nach, der für ihn, wenn auch physikalisch nicht haltbar, als Gedankenspiel jedoch wunderbar, die Zeit als bedeutende Komponente für Elastizität nimmt. Gibt es die zeitlich dehnbare formale Elastizität?

Die Kunst von Raphael Danke kann auch als Versuchsanordnung begriffen werden. Für OUT OF BODY ist das Experiment mehr als ein formaler Bestandteil.

Und wieder kann eine Geschichte neu erzählt werden.

Jörg Franzbecker / GOLD 2005

 

RAPHAEL DANKE – OUT OF BODY
EXHIBITION 05. MARCH – 24. MARCH 2005

"Ghost, go to the chamber"
Alex Tanous

A classical discussion of the work of Raphael Danke seems problematical for me. It's a metaphorical entering of the work, a playing with the given conditions, an assimilation of signs, and a guide to pleasure. Less a verification of the background and a questioning of relationships.

He sees, observes the things scrupulously, and brings then the things together, positions them differently, and draws them. Raphael Danke forms and changes, permanently. In this way he lives from comparison, and here the idea is relevant, about the modern and its effects - he speaks of the post-postmodern application. The end of the modern seems to be both source and blessing. Through the deforming research of objects of the form-specialists, Danke wants to reestablish the connection between nature and culture, or recreate it. Overcome the obstacle of the modern. Instead of leaving each discipline to itself, he wants, like an anthropologist, to observe and link together the entirety of appearance. Here he places facts and forms next to each other, reveals sources, which otherwise, because of too great a distance, would remain concealed. Raphael Danke uses techniques of appropriation as well as estrangement in relation to the object. "Suddenly the sciences landed in the hands of the mystics."

For the exhibition OUT OF BODY the roles are shared out. The Participators, though in the background, are: The book "Faszination des Unfaßbaren" (fascination of the unknown), the Whitney Museum of Modern Art, Man Ray's "Noire et Blanche", Erich Consemüllers "Frau mit Schlemmer Maske und Breuer Stuhl" and Hans Bellmer's form experiments with the body. In supporting roles, Uri Geller, Donald Judd, and Kirlian as the ghost.

Departing from the phenomenon of astral wandering, the emergence of the astral body, "the shimmering case of the soul", from the physical body, Raphael Danke links various definitions of the body - human, artificial as well as geometric. The essential though invisible element of the exhibition is the silver elastic and highly flexible threads, which during astral wandering always connects the spiritual body with the physical body as the necessary filament between the two. Could this thread exist between other bodies, and could it even connect form and content? Here Dank pursues the idea of slowing elasticity, which for him, when physically untenable, as a thought-game, wonderfully takes time as a meaningful component of elasticity. Is there a temporally flexible, formal elasticity?

The work of Raphael Danke can also be understood as a test set-up. For OUT OF BODY the experiment is more than a formal component.

And once again a story can be told anew.

Jörg Franzbecker / GOLD 2005

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